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„Bei denen ist alles so ganz anders“ – Die meisten Menschen werden in eine Familie hineingeboren und leben in ihr, bis sie „auf eigenen Beinen stehen“ können. Die Familie bietet zunächst Schutz und Halt. In ihr wurden und werden Religion und Tradition weitergegeben. Das ist in allen Kulturen so. Dennoch gibt es neben manchen Parallelen auch große Unterschiede. So der Titel und die Beschreibung des Studiennachmittages, der letzten Samstagnachmittag in Bad Königshofen im Haus St, Michael stattfand. Osama Albernawi, syrischer Integrationshelfer aus Würzburg konnte an diesem Nachmittag gerade die „fremden“ Seiten des orientalischen Familienverständnisses für die Anwesenden, zum größten Teil Ehrenamtliche aus Helferkreisen oder CaritasPaten etwas näher beleuchten. Gemeinsam mit Dr. Monika Berwanger (Bildungsreferentin Fortbildungsinstitut Diözese Würzburg) war die Veranstaltung im Haus St. Michael in Bad Königshofen ein gelungener, facettenreicher und informativer Nachmittag.

Osama Albernawi, der vor zwei Jahren mit seinen Eltern und Geschwistern aus Syrien nach Deutschland geflüchtet ist,  stellte eine orientalische Familie am Beispiel seiner eigenen Familie vor. Sehr anschaulich und offen erklärte er die vorgeschriebenen Regeln einer islamischen Familie und die Konflikte, die durch das Leben hier in Deutschland zwangsläufig entstehen. Dazu zeigte er einige Videos von Familienfesten, Geburtstagen, Fotos von den Häusern in seiner Heimat oder einen Ehevertrag, der für seine Schwester aufgesetzt wurde. Durch das Leben in Deutschland kommt es oft zu Konflikten mit den religiösen Traditionen.

So schilderte er die Probleme seiner jüngsten Schwester mit der Mutter, da sie sich entschieden hat das Kopftuch, den  Hijab nicht zu tragen. Auch sein Konflikt als ältester Sohn die Verantwortung für die ganze Familie zu tragen, wie es die muslimische Religion und Tradition verlangt stößt in seinem alltäglichen Leben in Deutschland als Student der Physik an der Uni Würzburg oft  an Grenzen.

Er zeigte zur Verdeutlichung der Schwierigkeiten vieler muslimischer Mädchen den Dokumentarfilm von Margarethe Steinhausen "Ehre, Stolz, Scham - Islam im Kiez". Ein Film über in Berlin lebende Musliminnen und die Arbeit des MaDonna-Mädchentreff für Gleichberechtigung und Integration. MaDonna Mädchenkult.Ur e.V. ist ein selbstständiger, weltanschaulich und politisch unabhängiger Verein zur Wahrung der Menschenrechte.  Sozialarbeiterin Gabi Heinemann gibt jungen Mädchen und Frauen aus türkischen oder arabischen Familien Hilfestellungen für ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland.

Nachdem am Ende alle Fragen beantwortet und eine rege Diskussion stattfand, bedankte sich Elke Storch vom Fachdienst Gemeindecaritas ganz herzlich bei Osama Albernawi und Dr. Monika Berwanger für ihr Kommen. Durch solche Veranstaltungen werden Toleranz und Offenheit in unserer Gesellschaft gefördert und Integration kann gelingen.

Der Studiennachmittag wurde in Kooperation mit dem Haus St. Michael, dem KCV Rhön-Grabfeld und dem Fortbildungsinstituts, sowie der KEB der Diözese Würzburg organisiert. Bei weiteren Fragen oder dem Wunsch sich ehrenamtlich zu engagieren, wenden Sie sich bitte an den Caritasverband für den Landkreis Rhön-Grabfeld e.V., Elke Storch, Gemeindecaritas, Telefon: 09771 / 6116 -23, Fax: 09771 / 6116 -33 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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